Man kann in ganz verschiedenen Situationen in die Verlegenheit kommen, innerhalb von nur 15 Minuten eine Rede zu halten – und zwar ohne lange Vorbereitung. Vielleicht ist ein Redner auf einem Kongress oder einer Hochzeitsfeier ausgefallen, vielleicht sitzt man in einem Assessment Center und wird im Rahmen einer Bewerbung aufgefordert.
Wichtig ist, nicht in Panik zu geraten, sondern wichtige Begriffe und Stichpunkte zum Thema abzurufen. Dieses Brainstorming nennt man auch Ideensammlung. Wer schon einmal ein Rhetorik-Seminar besucht hat, weiß, wie man frei spricht und einen Redestrang entwickelt. Humor zu Beginn einer Rede ist hilfreich, gut präsentierter Inhalt aber noch viel wichtiger. Klare Sätze, gute Betonungen, ruhige Gesten, akzentuierte Aussprache und kurze Redepausen strukturieren den Text. Dieser sollte nicht weitschweifig das Thema sondieren, sondern verständlich auf den Punkt gebracht werden. Wesentliche Argumente oder Aspekte sollten beleuchtet werden. Die Präsentation des Inhaltes sollte sich sinnvoll gliedern und auf die Zuhörer eingehen. Gute Verständlichkeit ist wichtiger als die Verwendung zahlreichen Fachtermini zum Beweis der Kompetenz. Wirklich gute Reden sind inspiriert, verständlich und in angemessener Ausdrucksweise vorgetragen. Wer es schafft, auch noch durch seine Präsenz und seinen Wortwitz “anzukommen”, hat schon gewonnen. Nur um des Effektes willens sollte man aber nicht anekdotisch werden. Es muss zum Anlass und zum Thema passen.
Ob man wesentliche Stichpunkte seiner schnell vorbereiteten Rede auf kleinen Kärtchen zusammenfasst oder eine kurze Rede im Ablauf skizziert, ist Sache persönlicher Vorlieben. Das freie Reden ist nicht jedermanns Sache, macht aber einen besseren und souveräneren Eindruck. Man kann es im Rhetorik-Seminar oder im Familienkreis üben und so seine Persönlichkeitsentwicklung vorantreiben. Wichtig sind ein guter Auftaktsatz und ein gutes Ende – dazwischen kann man sich mit Stichpunkten auf die wesentlichen Inhalte konzentrieren. Hilfreich ist, wenn man die Rede innerhalb dieser kurzen Vorbereitungszeit einmal vor sich selber halten kann, um Betonungen oder Sprechpausen zu üben und gegebenenfalls zu markieren.